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2. Klasse Süd
ATSV Lenzings Trainer Alexander Neudorfer analysiert die Herbstsaison der 2. Klasse Süd
Das Leistungsniveau der 2. Klasse Süd ist in dieser Saison
so hoch wie schon lange nicht mehr. Die beiden Mannschaften,
die am Ende ganz vorne stehen, haben sich den Aufstieg dann
auch verdient und können in der 1. Klasse durchaus eine gute
Rolle spielen.
Aufstiegskampf
Die Union Gampern war mit nur einer Niederlage die
konstanteste Mannschaft der Liga und konnte sich wie im Vorjahr
den Herbstmeistertitel sichern. Der Tabellenführer hat nicht
nur die meisten Tore erzielt und die wenigsten Gegentreffer
erhalten, sondern verfügt auch über einen starken und
ausgeglichenen Kader. Mit den beiden Routiniers Klaus Preiner
und Andreas Premm, sowie Manuel Stockinger, einem der besten
und schnellsten Spieler der Liga, hat der Herbstmeister zudem
herausragende Akteure in seinen Reihen. Der Meistertitel wird
in dieser Saison sicher über Gampern führen.
ATSV Lenzing: Nach der tollen Frühjahrssaison wollten
wir von Anfang an vorne mitmischen, legten aber mit drei
Niederlagen in den ersten fünf Runden einen klassischen
Fehlstart hin. Meine Mannschaft konnte die schwierige Situation
jedoch gut meistern, sich von Spiel zu Spiel steigern und blieb
ab der sechsten Runde ungeschlagen. Mit Jozsef Horvath und
Jozsef Tolnai stehen mir zwar zwei Top-Spieler zur Verfügung,
es hat aber die gesamte Mannschaft tolle Moral gezeigt und ist
als Einheit aufgetreten.
Der ASKÖ Steyrermühl kassierte in der Hinrunde
ebenfalls drei Niederlagen, konnte aber in Lenzing mit 1:0
gewinnen und teilte sich nach einer 2:0-Führung mit
Herbstmeister Gampern die Punkte. Mit Herbert Hemetsberger
verfügt der Drittplatzierte über einen absoluten Rückhalt im
Tor. Steyrermühl spielt einen technisch sehr guten Fußball und
praktiziert eine gut funktionierende Viererkette. Die
Verpflichtung von Rainer Atzlinger war im letzten Sommer ein
Goldgriff. Die Mannschaft zählt zu den Top-Anwärtern für einen
Aufstiegsplatz.
Nach dem Abstieg avancierte die Union Oberwang zu
einem der Überraschungsteams der Herbstsaison. Dem Absteiger
fehlt zwar ein echter Spielmacher, verfügt aber über schnelle
und kampfstarke Spieler. Gegen Oberwang hatte es keine
Mannschaft leicht, konnten sie doch nicht nur spielerisch
überzeugen, sondern haben stets bis zum Schluss gekämpft. Der
vierte Platz kommt deshalb nicht von ungefähr, zudem wird
Trainer Peter Dessl sein Team auch in der Rückrunde wieder gut
einstellen, sodass mit Oberwang weiterhin zu rechnen sein
wird.
Die Union Raiffeisen Zell am Moos hatte im Herbst mit
einigen Verletzungen zu kämpfen, Trainer Franz Rindberger
musste daher oft umstellen, hat aber mit Ufuk Sagir einen
Spieler zur Verfügung, der zwar launisch ist, dem Spiel aber
meist seinen Stempel aufdrückt. Mit nur sechs Punkten Rückstand
darf man die Zeller noch nicht abschreiben - ich habe sie noch
auf der Rechnung.
Tabellenmittelfeld
Der SV Gmundner Milch schickte ein sehr junges
1b-Team ins Rennen. Nicht nur meine Mannschaft, auch
andere Teams taten sich gegen die Sirocic-Elf sehr schwer.
Lässt man die Burschen spielen, hat man oft das Nachsehen.
Hinter den 1b-Mannschaften steht oft ein Fragezeichen, die
Gmundner haben sich jedoch im Herbst insgesamt sportlich fair
verhalten.
Vor Saisonbeginn zählte der ATSV Timelkam für mich zu
den Mitfavoriten, konnte doch Spielertrainer Peter Vandersitt
im Frühjahr eine gute Truppe formen. Torhüter Siegfried Mayr
ist zwar nicht mehr der Jüngste, aber immer noch eine Bank
zwischen den Pfosten. Die Timelkamer erwischten mit zwei
Auftaktsiegen auch einen guten Saisonstart, kassierten jedoch
in der Folge drei Niederlagen in Serie. Davon hat sich die
Mannschaft nicht mehr erholt. Man hätte sich wohl etwas mehr
erwartet - am Ende folgte die Trennung von Peter
Vandersitt.
Das 1b-Team der Union Raiffeisen Mondsee fügte
Herbstmeister Gampern die einzige Niederlage zu. Das sagt
einiges über das Leistungspotenzial aus. Die Mondseer spielen
den vielleicht schönsten Fußball der Liga, haben aber auch die
Möglichkeit, sich mit Akteuren aus dem OÖ-Liga-Kader zu
verstärken. Spieler wie Pomwenger oder Lametschwandtner heben
die Qualität deutlich an.
Den SV St. Wolfgang hätte ich weiter vorne erwartet.
Die Mannschaft rund um Spielmacher Thomas Hillebrand und
Stürmer Mathias Eisl wurde unter Wert geschlagen, führten sie
doch nach drei Runden die Tabelle noch an, konnten in den
folgenden fünf Spielen aber nur einen Punkt sammeln. Für St.
Wolfgang ist die Saison mehr oder weniger schon gelaufen, das
Team ist aber stark genug, um mit überraschenden Resultaten das
Aufstiegsrennen zu beeinflussen.
Bereits in Runde zwei trennte sich der SV Aurach - aus
welchen Gründen auch immer - von Trainer Jürgen Paulik. Mit
Hans Schimpl hat ein erfahrener Mann das Zepter übernommen.
Durch zahlreiche Verletzungen hat man den Anschluss verpasst.
Das Fehlen von Stürmer Stefan Huemer machte sich negativ
bemerkbar. Vom zehnten Tabellenplatz bin ich aber doch ein
wenig enttäuscht.
Tabellenende
Beim SV Ebensee erfolgte nach dem Abstieg ein totaler
Umbruch. Der Traditionsklub ging mit vielen jungen,
talentierten Spielern in die Saison und konnte unter Trainer
Andreas Spitzer immerhin vier Saisonsiege feiern. Die junge
Mannschaft bemüht sich und lässt den Ball gut laufen, es fehlt
aber ein Routinier - der Chef am Platz. Den Tabellenelften darf
man aber nicht unterschätzen.
Seit dem Abstieg aus der Bezirksliga tut sich der SV
Traunkirchen sehr schwer. Das Team spielt keineswegs
schlecht, erzielt aber einfach zu wenig Tore. Zudem verfügt man
mit Miodrag Stajkovic zwar über einen guten Innenverteidiger,
die Viererkette ist aber doch sehr fehleranfällig - und dem
technisch versierten Mittelfeldspieler Lubos Podlaha fehlen oft
die Anspielstationen.
Der ASKÖ Ebensee konnte im Herbst nicht die
Überraschungen liefern, die in der Vorsaison vor allem in
Heimspielen geglückt sind. Jürgen Haischberger ragt aus der
Mannschaft heraus, der Stürmer ist aber oft auf sich alleine
gestellt.
Der SV Attersee ist für mich die negative Überraschung
der Herbstsaison. Den Abgang von Daniel Müllacher konnte die
Pöhringer-Elf nicht verkraften. Zudem konnte man den
Heimvorteil auf dem sehr kleinen Platz nicht nützen und
überwintert somit mit der Roten Laterne.

