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2. Klasse Nord-West

Union Waldmark St. Stefans Trainer Thomas Dollhäubl analysiert die Herbstsaison der 2. Klasse Nord-West

Der überraschende Herbstmeister aus Neufelden wird im Frühjahr von der halben Liga gejagt, während am Tabellenende ein Duell zwischen St. Stefan und St. Veit um die "Rote Laterne" zu erwarten ist.


Aufstiegskampf

Der Herbstmeistertitel der Union Neufelden ist nicht nur für mich eine absolute Sensation. In der vergangenen Saison belegte man noch den letzten Platz, startete dann im Herbst durch, obwohl die Mannschaft kaum verändert wurde. Der Erfolg war mit ein Verdienst von Trainer Christian Atzgerstorfer, der tolle Arbeit geleistet hat. Hut ab - Gratulation an den Herbstmeister. In Neufelden wird man sich nicht selbst unter Druck setzen, denn der Aufstieg war einfach nicht zu erwarten. Dennoch muss sich erst zeigen, ob die Mannschaft die Konstanz, aber auch die Nerven hat, als Gejagter zu bestehen. Der Saisonstart könnte darauf schon die Antwort geben.
Schon nach der Steigerung im letzten Frühjahr zählte die Union Neustift/Oberkappel für mich zum Favoritenkreis. Das Team von Trainerfuchs Helmut Schürz, unter dem ich selbst noch gespielt habe, hat dann auch eine gute Hinrunde gespielt. Der Zweitplatzierte hat eine komplette Mannschaft, ein starkes Kollektiv zur Verfügung und mit Mohamed Nasri einen Top-Mittelfeldspieler in seinen Reihen. Besonders die Viererkette der Neustifter ist überragend, nicht umsonst hat man mit lediglich acht Gegentoren, die mit Abstand wenigsten der Liga erhalten. Für mich ist die Schürz-Elf erster Anwärter auf den Aufstieg und würde in dieser Verfassung auch in der 1. Klasse eine gute Rolle spielen.
Durch die Rückkehr der Simader-Brüder, Stefan und Markus, konnte die Union Niederwaldkirchen die Qualität deutlich heben. Ich habe die Mannschaft auch ganz vorne erwartet. Besonders die Offensive - Markus Simader führt mit 12 Treffern die Torschützenliste an - ist das Prunkstück des Tabellendritten, der wiederum im Abwehrbereich einige Schwächen offenbarte. Der dritte Rang ist für mich keine Überraschung.

Schon in den letzten Jahren spielte die Union Klaffer stets ganz vorne mit, der ganz große Erfolg ist jedoch ausgeblieben. Auch in dieser Saison mischt die kampfstarke Truppe, die durch ein gutes Kollektiv überzeugt, entscheidend mit. Ich bin schon gespannt, ob Klaffer diesmal die Konstanz aufbringt, den Aufstieg zu schaffen. Die Nerven werden wohl erneut eine entscheidende Rolle spielen.
Die Union Ulrichsberg betreibt eine gute Nachwuchsarbeit und verfügt auch über eine solide Mannschaft. In Ulrichsberg haben es die Fußballer jedoch nicht immer leicht, geht doch das eine oder andere Talent immer wieder an die Wintersportler verloren. Es wird aber gute Arbeit geleistet, für den Aufstieg wird es meiner Meinung nach jedoch nicht reichen.
Während der Saison hat die Union Oepping den Trainer gewechselt. Ich kenne Herbert Zach sehr gut und schätze seine akribische Arbeit. Schon in Aigen war er sehr erfolgreich und das traue ich ihm auch mit seinem neuen Klub zu, zumal die neue Sportanlage eine zusätzliche Motivation darstellt und sich die Mannschaft in aussichtsreicher Lauerstellung befindet. Ich traue dem Team den Aufstieg durchaus zu. Das Karriereende von Stefan Pürmayr könnte sich jedoch negativ auswirken. Aber wenn es am Ende vielleicht um die "Wurst" geht, wird der Kapitän vielleicht doch noch einmal einspringen und mithelfen, den Aufstieg zu schaffen.

Tabellenmittelfeld

Gemeinsam mit Neustift war die Union Julbach für mich der Favorit für den Aufstieg. Doch die Mannschaft von Trainer Horst Auer, der ein guter Freund von mir ist, hatte nach dem Abstieg einige Probleme und ist nicht wie gewünscht in Fahrt gekommen. Zudem musste man in der Fremde Federn lassen, konnte keinen einzigen Auswärtssieg landen. Mit Jan Rezek kommt nun eine Top-Verstärkung von Ried/Riedmark, für ganz vorne wird es aber wohl nicht mehr reichen.
In dieser Saison wollte der SK Kleinzell ein Wort um den Aufstieg mitreden. Ich hatte den Klub, der mit Josef Märzinger einen neuen Trainer engagiert hat, aber nicht unbedingt auf der Rechnung. Mit dem achten Rang sind die Kleinzeller deutlich unter den eigenen Erwartungen geblieben - die Saison ist mehr oder weniger schon gelaufen.

Waren das Zeiten, als die Union St. Oswald/Haslach noch in der Bezirksliga spielte. So schnell - wenn überhaupt - wird man dorthin nicht zurückkehren, zumal der kleine Ort einfach nicht über die notwendige Anzahl an Fußballern verfügt. In dieser Saison durfte auch nicht viel mehr erwartet werden. Jetzt hat man mit Johannes Katzinger einen wichtigen Spieler an Aigen verloren. Und sollten vielleicht irgendwann auch Stützen wie Stefan Eidenberger oder Pavel Havlicek den Klub verlassen, dann sieht es für den einstigen Bezirksligisten nicht gut aus.
Von der TSU Kirchberg/Donau hätte ich eigentlich schon mehr als den zehnten Platz erwartet, zumal man mit Thomas Mühlparzer über einen Spieler verfügt, der ein Match quasi alleine entscheiden kann. Die insgesamt sechs Ausschlüsse die man im Herbst verzeichnete, stimmen mich etwas nachdenklich - vielleicht mangelt es auch ein wenig an der nötigen Disziplin. Ich traue der Mannschaft in der Rückrunde aber eine Rangverbesserung zu.

Tabellenende

Union Waldmark St. Stefan: Mit meiner Mannschaft wollte ich mich eigentlich im Mittelfeld der Tabelle präsentieren, doch schon die Vorbereitung ist nicht nach Wunsch verlaufen. Und als wir in den ersten beiden Heimspielen die erhofften Siege nicht einfahren konnten, dann auch noch gegen St. Oswald den sicheren "Dreier" in der Nachspielzeit vergeigt haben, ist das Team in ein Loch gefallen. Besonders die verlorengegangene Heimstärke - im Vorjahr konnten wir knappe Spiele auf eigenem Platz gewinnen, heuer nicht - führte zum Absturz in der Tabelle. Obwohl die jungen Spieler noch an ihrer Einstellung arbeiten müssen, bin ich vom Potenzial der Mannschaft überzeugt, wenngleich in dieser Saison nicht mehr viel möglich ist. Mit einem guten Rückrundenstart können wir aber den Anschluss zum Tabellenmittelfeld unter Umständen noch herstellen.
Von der Union St. Veit/M. konnte man keine Wunderdinge erwarten. Der letzte Platz ist deshalb nicht unbedingt eine große Überraschung, zumal der Klub mit einem Torwartproblem zu kämpfen hatte. Nach der Saison hat man sich von Routinier Cyril Nemec getrennt. Der Tscheche hat zwar seinen Zenit bereits überschritten, aufgrund seiner Erfahrung wird er aber der Mannschaft meiner Meinung nach fehlen.

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