2. Klasse Mitte-Ost
Union Feldkirchen/Donau-Trainer Daniel Riegler analysiert die Herbstsaison der 2. Klasse Mitte-Ost
Aufstiegsrennen
Union Feldkirchen/Donau: Nachdem der Klub in den
letzten Jahren den Aufstieg ins Visier nahm, jedoch immer
wieder scheiterte, war vor dieser Saison der Aufstieg für uns
überhaupt kein Thema. Eine günstige Auslosung zu Saisonbeginn,
ein toller Start in die Meisterschaft - und mit dem dadurch
gewonnenen Selbstvertrauen entwickelte sich die Herbstsaison
zum Selbstläufer. Wir haben nie und nimmer damit gerechnet,
ungeschlagen Herbstmeister zu werden. Jetzt hat die Mannschaft
natürlich Lunte gerochen und will bis zum Schluss vorne
bleiben.
Der Top-Favorit war und ist für mich der SK Sparkasse
Eferding-Fraham. Trainer Stefan Jäger verfügt mit seinem
Bruder Mario über einen starken Torwart, zudem gibt Barna
Knezics einen guten Libero ab - und vorne ist der talentierte
Stürmer Stefan Kriegner brandgefährlich. Der Tabellenzweite
stellt eine kompakte Truppe, die nur sehr schwer von einem
Aufstiegsplatz zu verdrängen sein wird.
1994 bin ich als Spieler mit der Union Mühlbach Meister
geworden. Der Klub ist für mich quasi eine "alte Liebe". Die
Mühlbacher hatte ich auf der Rechnung, hat doch Trainer Fritz
Feigl bereits mit dem 1b-Team von Traun beachtliches geleistet.
Zudem stehen mit Jasmin Sijamhodzic, Senad Hamsic und Christoph
Oberndorfer überdurchschnittliche Spieler in den Reihen. Die
Feigl-Elf ist toll in die Saison gestartet, hatte aber während
der Hinrunde einen Hänger, als sie in drei Runden nur zwei
Punkte sammeln konnte. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass
Mühlbach bis zum Schluss um den Aufstieg mitmischen wird
In den vergangenen Jahren kämpfte die Union
Michaelnbach stets gegen den letzten Platz. Im Sommer hat
der Klub die Gruppe gewechselt und mit Radim Tichy und Peter
Dornetshumer zwei "Sensations-Transfers" getätigt. Die beiden
erfahrenen Spieler sind das Um und Auf des Teams - und mit den
Routiniers an der Seite haben sich auch die Mitspieler
entsprechend gesteigert. Ich glaube aber nicht, dass der
Tabellenvierte am Ende einen Aufstiegsplatz belegen wird.
Nach dem Abstieg ist die DSG Union Walding rasch in der
neuen Liga angekommen, hat aber mit gleich sechs
Punkteteilungen viele Zähler liegen lassen. Der Absteiger hat
jedoch nur ein einziges Spiel verloren (Michaelnbach) und
präsentierte sich mit einer guten Mischung. Trainer Alexander
Hartl hat rund um Mittelfeldspieler Markus Gattringer, Kapitän
Andreas Neunherz oder Legionär Georgi Kashedarov eine
starke Mannschaft beisammen, die zwar sechs Punkte Rückstand zu
einem Aufstiegsplatz aufweist, aber meiner Meinung nach noch
ganz gefährlich werden kann.
Tabellenmittelfeld
Aufgrund der beiden starken Stürmer, Jürgen Erlinger und
Jürgen Mairinger, hätte ich mir von der Union Raiffeisen
Prambachkirchen eigentlich etwas mehr erwartet. Die
Mannschaft hat gegen die Aufstiegsanwärter großteils auch stark
gespielt, gegen die Teams der unteren Tabellenregion aber
regelmäßig Punkte abgegeben. Daher wird man sich in dieser
Saison mit dem Niemandsland der Tabelle zufrieden geben
müssen.
Die 1b-Teams sind ein Kapitel für sich und verfälschen
immer wieder die Meisterschaft. Die Union RAIKA
Weißkirchen macht da keine Ausnahme. Die Mannschaft ist -
als sie noch aus dem Vollen schöpfen konnte - toll gestartet,
als jedoch die OÖ-Liga-Mannschaft Probleme bekam, ist es mit
der Herrlichkeit vorbei gewesen, kassierte man, wie schon in
den letzten Jahren, schlimme Niederlagen. Zudem habe ich auch
den Eindruck, dass die 1b-Mannschaft insgesamt nicht die nötige
Unterstützung erhält.
Den SV Sparkasse Aschach/Donau hätte ich im vorderen
Bereich erwartet. Doch mit einem 1:8-Debakel im Derby gegen
Eferding-Fraham ist man denkbar schlecht in die Saison
gestartet. Danach haben sich die Aschacher erfangen, sind dann
auf der Zielgeraden aber wieder eingebrochen. Wie ich vernommen
habe, werden im Winter einige erfahrene Spieler reaktiviert.
Nicht zuletzt deshalb erwarte ich mir von der Mannschaft im
Frühjahr eine Steigerung.
Auch den SV Alkoven habe ich ein paar Plätze weiter
vorne erwartet. Was in der Mannschaft steckt, hat sie gegen
Eferding-Fraham bewiesen, als sie dem Aufstiegsanwärter die
einzige Niederlage zufügen konnte. Nicht zuletzt ließ eine
eklatante Auswärtsschwäche eine bessere Platzierung nicht zu.
Deshalb ist auch für die Alkovener diese Saison mehr oder
weniger schon gelaufen.
Die Union Buchkirchen verfügt über einige sehr gute
junge Spieler. Aufgrund der Unerfahrenheit fehlt derzeit zwar
noch die Konstanz, die Mannschaft besitzt aber
entsprechendes Potenzial und könnte in den nächsten Jahren -
wenn man die Talente halten kann - durchaus im Vorderfeld
anklopfen.
Im Vorjahr stellte der ESV Intersport Wels eine überaus
starke Mannschaft. Unter der Führung von Nikolaj Radlev hat man
sich von einigen Spielern getrennt. Gerade bei den
Kaderbewegungen kann ich nur schwer eine Linie erkennen. Die
Mannschaft ist jedoch eine der spielstärksten der Liga und kann
in der Rückrunde sicher noch einige Plätze gut machen.
Tabellenende
Der SV Oftering, der SC Rottenegg und der
SV Sompek Schlüßlberg bilden quasi eine eigene Liga.
Alle drei Klubs schlagen sich schon seit Jahren am Tabellenende
herum, heuer ist es nicht anders. Während in Oftering und
Schlüßlberg immer wieder einige Kaderveränderungen
festzustellen sind, verfolgt Rottenegg eher zielstrebeg die
Linie mit jungen Spielern und kann meiner Meinung nach - wenn
auch noch nicht in dieser Saison - am ehesten das Tabellenende
verlassen. Schlüßlberg hat viele Spiele nur knapp verloren,
jedoch kaum Tore geschossen. Das Problem der drei Vereine ist
wohl, dass aufgrund der zahlreichen Niederlagen in den letzten
Jahren sich die Motivation der Spieler in Grenzen hält. In der
laufenden Saison ist jedoch ein spannender Dreikampf um die
Rote Laterne zu erwarten, wobei jeder Ausgang möglich scheint.
Allen drei Teams wünsche ich, dass sie den Mut nicht verlieren
und nicht aufgeben, sondern hart arbeiten und das Glück
vielleicht auch erzwingen.

