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1. Klasse Süd

ASKÖ Vorchdorfs Trainer Ernst Hörtenhuemer analysiert die Herbstsaison der 1. Klasse Süd

Titelkampf

Der TSV Frankenburg war schon in den letzten Jahren stets im Vorderfeld zu finden. In dieser Saison passt einfach alles, trägt die sehr gute Nachwuchsarbeit Früchte und wurde der Verein zurecht mit dem Herbstmeistertitel belohnt. Spielertrainer Sandor Nagy passt ideal zur Mannschaft und ist neben Kornel Müller ein absoluter Führungsspieler. Neben einer starken Verteidigung und einem großen Kader war es aber nicht zuletzt die stark besetzte Ersatzbank, die diesen Erfolg ermöglichte. Ich denke, dass Frankenburg bis zum Schluss um den Titel spielen wird.
Das 1b-Team der Union Volksbank Vöcklamarkt konnte im Herbst seine Favoritenrolle bestätigen. Der "echte" Kader ist zwar nicht sehr groß, doch konnte man sich im Herbst immer wieder auf Unterstützung aus der OÖ-Liga-Mannschaft verlassen. Und sollten die Vöcklamarkter in der Rückrunde in bestmöglicher Besetzung antreten, werden sie nur schwer zu schlagen sein.
Auch der ASKÖ Ohlsdorf mischt erwartungsgemäß im Titelrennen mit, absolvierte eine starke Hinrunde. Mit Horst Kromer hat man einen Trainer gefunden, der zur Mannschaft passt und sie entsprechend motivieren kann. Der einstige Torjäger forciert den Offensivfußball - hat mit Ornetzeder, Krumhuber, Kenjar oder Sumbuljevic auch dementsprechende Spieler zur Verfügung - im Herbst konnten der Tabellendritte aber auch in der Defensive überzeugen und kassierte die wenigste Gegentore der Liga. Wie Frankenburg und Vöcklamarkt hat auch Ohlsdorf gute Titelchancen.
ASKÖ Vorchdorf: Meine Mannschaft hat sehr stark begonnen, konnte in den ersten acht Runden 20 Punkte sammeln und zeitweise die Tabelle anführen, zahlreiche Ausschlüsse und viele Verletzungen haben uns dann aber zurückgeworfen. Ganz abschreiben darf man uns noch nicht, denn ich sehe meine Mannschaft durchaus noch in einer gefährlichen Außenseiterrolle. Der Titel ist aber nur sehr schwer möglich, denn zumindest einer der drei Erstplatzierten wird wohl auch im Frühjahr einen Lauf erwischen.

Tabellenmittelfeld

Der SC Schwanenstadt hat zwar als Aufsteiger den fünften Tabellenplatz belegt, die Mannschaft, die mit einigen Routiniers gut bestückt ist, hätte ich aber im Spitzenfeld erwartet. In der Elf um Spielertrainer Jürgen Brandstätter steckt einiges Potenzial, der Aufsteiger erwischte aber einen Fehlstart und hatte dann auch mit Verletzungen zu kämpfen. Für die übrigen 13 Mannschaften war bzw. ist es ein Erlebnis im wunderschönen Stadion Vor der Au zu spielen.
Der sechste Rang des ATSV Rüstorf hat mich einigermaßen überrascht. Das Team ist auch nach dem berufsbedingten Trainerwechsel - Othmar Ganster musste das Zepter an Manfred Waldl übergeben - nicht aus dem Tritt geraten und stützte sich vor allem auf den starken Legionär Gabor Lajer, den routinierten Abwehrchef Siegfried Lochner, aber auch auf starke Akteure wie Valjon Fejzuli oder Sebastian Zopf. Die insgesamt noch junge Mannschaft ist aber immer wieder Formschwankungen unterworfen, wird aber meiner Meinung nach mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Obwohl die Union Obra Neukirchen/Vöckla-Puchkirchen im Sommer mit Hegedüs einen wichtigen Spieler verloren hat und Kapitän Uhrlich verletzungsbedingt ausgefallen ist, hat sich die Mannschaft respektabel geschlagen und überwintert genau in der Mitte der Tabelle. Mit David Ablinger hat man einen Stürmer zur Verfügung, der an guten Tagen ein Spiel fast im Alleingang entscheiden kann.

Abstiegskampf

Der eher kleine Kader des SV Promot Roitham hat die zahlreichen Verletzungen nicht verkraftet. Im Vorjahr war die Moshammer-Elf noch ganz vorne zu finden, jetzt steckt sie im Abstiegskampf und steht vor eine schwierigen Rückrunde, muss sie doch die ersten drei Spiele allesamt auswärts bestreiten und dabei auf den gesperrten Torjäger Vladov verzichten. Am Ende sollten die Roithamer den Klassenerhalt aber schaffen können.
Der TSV Sparkasse Frankenmarkt agiert mit einer jungen und laufstarken Mannschaft, die neben den beiden Legionären Marek Nyvlt und Pavel Vesecky vorwiegend aus eigenen Spielern besteht und mit Thomas Lassl über einen starken Stürmer verfügt. Aufgrund der mangelnden Erfahrung hat die Konstanz gefehlt. Man darf gespannt sein, wie der Aufsteiger den Abgang von Erfolgstrainer Jürgen Wüstenhagen, der zu Landesligist Friedburg gewechselt ist, verkraften wird.
Wie schon in der letzten Saison, als man erst im allerletzten Abdruck die Klasse halten konnte, kämpft der SK Neukirchen/Altmünster wieder mit offenem Visier gegen den Abstieg. Die junge Mannschaft ist sehr stark von den Leistungen ihres ungarischen Legionärs Akos Zsök abhängig. Auch im Frühjahr wird es wieder sehr schwierig und eng werden.
Mit einer ganz jungen Truppe kämpft der USC Attergau um den Klassenerhalt. Der Aufsteiger betreibt eine gute Nachwuchsarbeit und führt die E24-Wertung an. Aufgrund der Jugend präsentierte sich die Mannschaft eher instabil - neben überraschenden Ergebnissen gab es auch Ausrutscher. Sollte man die Klasse halten können, wird mit Attergau in Zukunft zu rechnen sein, denn der Aufsteiger verfügt über beträchtliches Potenzial.

Der SK Kammer steht auf einem Abstiegsplatz, verfügt aber über eine sehr gute Mannschaft und ist im Herbst unter Wert geschlagen worden. In der Hinrunde wurde ein Spielmacher vermisst. Den könnte man jetzt gefunden haben, denn neben Zoister hat sich Kammer auch mit Simai verstärkt. Der Routinier ist zwar nicht mehr der Jüngste, kann aber ein Spiel lesen und den tödlichen Pass spielen. Ich bin mir fast sicher, dass diese Mannschaft den Klassenerhalt schaffen wird.
Die Abgänge von Gehmaier und Schuster hat der TSV Timelkam einfach nicht verkraftet. Daher hing im Herbst auch Stürmer Stanislav Gabriel in der Luft, dem die nötigen Vorlagen fehlten. Mit nur sechs Punkten am Konto wird es für die Timelkamer schwer, den Anschluss zu finden und den Klassenerhalt zu schaffen. Aber mit einem guten Rückrundenstart und zwei, drei Siegen lebt die Chance wieder.
Schlusslicht ASKÖ Pinsdorf war nicht so schlecht, wie es die mickrigen vier Zähler am Punktekonto vermuten lassen. Der Tabellenletzte hatte im Herbst die Seuche. So sind einige Spieler zu Saisonbeginn nicht zur Verfügung gestanden und andere Akteure dann verletzungsbedingt ausgefallen. Das konnte der eher kleine Kader einfach nicht verkraften. Für viele sind die Pinsdorfer bereits Fix-Absteiger, die Chance auf den Klassenerhalt ist in der Tat sehr klein. Andererseits hat das Schlusslicht nichts mehr zu verlieren, kann unbekümmert spielen - und sollte ein Lauf gelingen, kann das Wunder vielleicht noch Realität werden.

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